GÓMEZ BUENO

Gabriel Rodríguez, 2007.

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Beauty and Sadness.

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Das Werk von Gómez Bueno kann in die Linie der

vielschichtigsten und ironischsten Arbeiten in der Nachfolge der Pop-Art eingeordnet

werden, wobei es eine stärkere Einbeziehung gesellschaftlicher Aspekte aufweist.

Seine Arbeiten sind Spiele, zugleich unschuldig und pervers, ohne eine deutlich

erkennbare kritische Distanz, radikal und fröhlich, mehrdeutig und zerstörerisch,

komplex und Grenzen übertretend angelegt. Wenn wir uns einig sind, dass die Kunst

sich gesellschaftlich letztlich über ihren Marktwert definiert, so können wir behaupten,

dass Gómez Bueno das Problem direkt in Angriff genommen hat, als er sich entschied,

an der Grenze zwischen Kunst und Markt zu arbeiten und Werke zu erschaffen, die

den Mechanismen der Werbung und dem unverhüllten und verlogenen Exhibitionismus

gewidmet sind. Mit radikalem Humor und scharfer Ironie bewegt er sich auf dem

schmalen Grat, der eine scheinbare Verehrung der Konsumgesellschaft – unbewusst

und hedonistisch – von einer scharfen und kompromisslosen Kritik trennt. Seine

Unterschrift ist ein Logo, das seinen Namen im Umriss eines Totenkopfes zeigt.

Gómez Bueno ist wie ein Freischärler in einem freien Raum, der sich die Fähigkeit zur

Aneignung jedes beliebigen Symbols anmaßt und damit beschäftigt ist, die Grenzen

der gesellschaftlichen Strukturierung und die Möglichkeiten ihrer Übertretung zu

untersuchen, die Grenzen der Entfremdung durch Medien, Religion, Film und

Werbung.

Die technische Ausführung der Arbeiten, die logisch mit dieser erstaunlichen

Grenzhaltung verbunden ist, hat Gemeinsamkeiten mit dem industriellen Finish großer

Fassadenmalereien, die die neuesten Kinofilme bewerben, und auch mit traditionellen

Arbeiten in Öl auf Leinwand, da sie hervorragende Überblendungen aufweisen und

perfekt skizziert sind. Inmitten der flachen Farbe sehen wir die beabsichtigten Spuren,

die die dicken, viereckigen Pinsel hinterlassen haben. Mehr als Pinselstriche des

Künstlers sind es Spuren, die die Mehrdeutigkeit einer unmöglichen, vergeblich

herbeigesehnten Virtuosität kennzeichnen.

„La puerta de Dokodemo“ (Die Tür von Dokodemo) (2003) markiert mit der Öffnung zu

einer inneren Ebene einen kuriosen Wendepunkt in der künstlerischen Laufbahn von

Gómez Bueno. Eine große Leinwand zeigt fünf wiederholte Figuren, die mit

meisterhaften Pinselstrichen in nüchternen Grün- und dunklen Violetttönen gezeichnet

wurden. Die Schilder, die kommunikative Aussagen einflößen, sind verschwunden und

hinterlassen ein nacktes Bild mit seiner klaren Mehrdeutigkeit. Im Vergleich mit

anderen expliziteren Arbeiten, die einen größeren erzählerischen Gehalt aufweisen,

wie all diejenigen, in denen der Künstler unterschiedliche narzisstische

Persönlichkeiten, Stars, einen Religionsführer, Präsidentschaftskandidaten,

Surfpromoter oder einen Filmregisseur darstellt, sind die Werke rund um „La puerta de

Dokodemo“ sehr viel introspektiver und intimer. Ein geklontes, einsames Wesen, das

mehrfach in anamorphotischen Spiegeln erscheint, drückt eine tiefe Verwirrung aus,

die Unentschlossenheit, Ungewissheit, die Konfusion, die entsteht, wenn es sich aus

der Tür lehnt, die zur unendlichen Vervielfältigung einer informatisierten Welt führt, zum

Spiel, das es in ein Universum voller verzerrter Spiegel gelangen lässt, ein Universum

voller gemäßigter, vervielfältigter und trotz ihrer Veränderlichkeit vorhersehbarer

Gefühle und Reaktionen. Das Werk hält die Mehrdeutigkeit aufrecht, die in früheren

Arbeiten von komplexen Beziehungen zwischen scherzhaft ironischen Inhalten

getragen wurde, doch ist diese nun in der Polysemie des Bildes selbst angelegt,

welches dem zwangsläufig aktiven und in den Bann gezogenen Betrachter seine ihm

innewohnende Verwirrung vermittelt.

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